| Home |
Während der Novemberpogrome 1938 wurden die Schmallenberger Synagoge niedergebrannt. Heute steht an dieser Stelle in der Synagogenstraße eine Gedenktafel, die auf eine Initiative des nach Auschwitz deportierten und nach Schmallenberg zurückgekehrten Deutschen jüdischen Glaubens, Hans Frankenthal, zurückgeht.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Schmallenberg am 7. April 1945 während des Ruhrkessels, nach den Ortschaften Gleidorf und Grafschaft, von der amerikanischen 7. US-Panzerdivision mit Luftunterstützung angegriffen und am selben Tag besetzt. Bei dem schweren Kampf um Schmallenberg starben 72 deutsche Soldaten und 11 Zivilisten. 350 Soldaten wurden gefangen genommen. 37 Häuser brannten ab und 151 wurden beschädigt. Der Angriff auf Schmallenberg wurde, vermutlich von einem amerikanischen Soldaten, auf 32-Millimeter-Film festgehalten.
Im Sommer 1945 setzte der Flüchtlingsstrom der Heimatvertriebenen aus dem Osten nach Schmallenberg ein, der angesichts der Wohnungsnot und des Lebensmittelmangels eine große Belastung für die heimische Bevölkerung war. Bereits während des Krieges wurden 324 Familien und Einzelpersonen aus zerbombten Städten nach Schmallenberg evakuiert. Weitere 300 mussten wegen des Zustroms zusätzlich untergebracht werden.
Der Zustand der städtischen Straßen war in der Nachkriegszeit sehr schlecht. Nur die Hauptstraßen waren ausgebaut. Gepflastert waren lediglich die Bundesstraße 236 im Bereich der Ortsdurchfahrt und die West,- Schützen,- Nord,- Kirch,- und Fleckenberger Straße sowie die Straße Unterm Werth. Allein die Bahnhofstraße hatte eine Asphaltdecke. Die anderen Straßen im Stadtgebiet waren lediglich mit wassergebundenen Decken versehen. Im Jahr 1949 begann man mit dem Ausbau, der Erweiterung und der Instandsetzung von Straßen.
1952 begannen die Planungen für den Bau einer Stadthalle. In einem Wettbewerb errang der Dortmunder Architekt und Erbauer der Westfalenhalle Horst Retzki der ersten Preis. Er wurde deshalb mit der Planung beauftragt. Die Stadthalle errichtete man anschließend vom Frühherbst 1953 bis zum 11. September 1954. Vier Tage später begann in der Stadthalle das erste Bundesschützenfest des Sauerländer Schützenbundes. Rund 7.000 Schützen, 179 Fahnenabordnungen und 30 Musikkapellen bzw. Tabourcorps beteiligten sich an dem Festumzug am 16. September 1954.
Auf Einladung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe trafen sich 1956 in der Schmallenberger Stadthalle eine Reihe von Autoren, Kritikern und Literaturwissenschaftlern. Zur überraschung der Veranstalter entwickelte sich das Literatengespräch zum schärfsten Konflikt über die Rolle der regionalen Literatur in Westfalen in den Nachkriegsjahren. über den Konflikt, der unter dem Begriff Schmallenberger Dichterstreit bekannt wurde, berichtete die überregionale Presse. Im Jahr 1974 erhalten Schmallenberg und Grafschaft den Status von staatlich anerkannten Luftkurorten.
Im Rahmen der kommunalen Neugliederung folgte im Jahr 1975 die Zusammenlegung von Stadt und Amt Schmallenberg mit dem Amt Fredeburg zur jetzigen Stadt Schmallenberg. Die Deutsche Bundesbahn stellte im Juli 1991 aus Gründen der Wirtschaftlichkeit den Betrieb der eingleisigen Nebenbahnstrecke Wenholthausen Schmallenberg auf Dauer ein. Die Schmallenberger Schützengesellschaft war im Jahr 2001 erneut Ausrichter eines Bundesschützenfestes. Das 18. Bundesschützenfest des Sauerländer Schützenbundes fand in der Zeit vom 14. bis 16. September 2001 statt. Am letzten Tag des Festes beteiligten sich etwa 10.000 Schützen und 74 Musikvereine an dem Festumzug.
Im selben Jahr begann der Bau des neuen Kirchturmes. Diese Maßnahme war in der Schmallenberger Bevölkerung sehr umstritten, weil ein moderner Kirchturm errichtet werden sollte. Der Kirchturmstreit in Schmallenberg wurde durch eine Bürgerinitiative auch vor Gericht ausgetragen. Er wurde durch gegenseitige Beleidigungen in öffentlichen Briefen sowohl seitens der Bürgerinitiative als auch seitens der Gemeindeverwaltung begleitet. Der Streit gipfelte im Rücktritt des Kirchenvorstands und der Einsetzung eines außenstehenden Gemeindeverwalters durch das Erzbistum Paderborn. Der Bau des neuen Turmes verzögerte sich deshalb. Erst im September 2004 wurde der neue Kirchturm nach Fertigstellung eingesegnet.
Der Orkan Kyrill verursacht am 18./19. Januar 2007 große Schäden in den Schmallenberger Wäldern. Ein Jahr später fand auf dem Flugplatzgelände Rennefeld und dessen Umgebung in der Zeit 4. bis 7. Juni 2008 die 15. Tagung des Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik mit über 43.000 Besuchern statt. 515 Aussteller aus 23 Ländern beteiligten sich, im ersten Jahr nach Kyrill, an Tagung mit dem Thema Forsttechnik live im Sturmholz. |
|