Schmallenberg 19. Jahrhundert,Anfang 20 Jahrhundert

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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lagerten ab dem 26. April 1804 erneut französische Dragoner für einige Monate in Schmallenberg. Am 22. September 1807 wurde die Stadt Schmallenberg per Gesetz zur Neueinteilung des Herzogtums Westfalen vom Amt Medebach abgetrennt und dem Amt Fredeburg zugeordnet. Während der Befreiungskriege verweilten mehrfach Truppen in der Stadt und im Umland. Am 1. November 1813 durchzogen zaristische Truppen das Stadtgebiet, davon quartierten einige in den umliegenden Orten. Der zaristische General Kerna kam nachfolgend am 14. November 1813 mit Infanterie und Kavallerie nach Schmallenberg. Nach einer Bewirtung durch die Schmallenberger zog er anschließend mit seinen Begleitern weiter. In den nächsten Wochen folgten weitere Truppendurchzüge. Am 21. Februar 1814 versammelten sich über 1.500 zaristische Rekruten in der Stadt. Sie verblieben dort zwei Tage bis zum Eintreffen weiterer Truppen. Das gesamte 3.000 Mann starke Regiment zog am 23. Februar 1814 weiter in Richtung Saalhausen. Im Jahr 1815 kam es erneut zum Durchzug von sächsischen Truppen. Gegen Ende der Befreiungskriege verweilten in der Zeit vom 3. Juni bis zum 7. Juni 1815 nochmals 1.464 Soldaten in Schmallenberg und im Amt Fredeburg. Nach den napoleonischen Kriegswirren wurde das Herzogtum Westfalen und mit ihm Schmallenberg 1816 preußisch. Am 31. Oktober 1822 vernichtete der letzte verheerende Stadtbrand einen Großteil der 115 Häuser. Nur 16 Wohnhäuser und die Pfarrkirche blieben erhalten. Der Brand vernichtete ebenfalls die für den Winter eingelagerten Nahrungs- und Futtermittel. Aufgrund dieser Notsituation halfen die Einwohner der Nachbarorte den Schmallenbergern mit Grundnahrungsmitteln aus, welche später zu Brei verarbeitet wurden. Diese einseitige Ernährung soll zu Breibäuchen sogenannten "Breybälgen" geführt haben. Seit dieser Zeit werden die Schmallenberger von den Einwohnern der Nachbarorten "De Schmallersken Breybälge" genannt. Eine Skulptur im historischen Stadtkern erinnert an dieses Ereignis. Nach diesem Brand begann im Zusammenhang mit dem planmäßigen Wiederaufbau Schmallenbergs, unter Mitwirkung von Ludwig von Vincke, eine bedeutende Erweiterung der Stadt. Der Wiederaufbau erfolgte im preußischen Klassizismus. Der Ortskern wird seitdem von zwei parallel verlaufenden Hauptstraßen gebildet, die regelmäßig durch Querstraßen miteinander verbunden sind. Die beiden Hauptstraßen wurden zum Schutz gegen mögliche Feuer breiter angelegt. Im Herbst 1825 überzeugte sich Vincke selbst vom Stand der Arbeiten. Später schrieb er der am Ort eingesetzten Baukommission, er habe sich außerordentlich darüber gefreut, dass der Wiederaufbau der Stadt nach den vereinbarten zweckmäßigen Plänen durchgeführt worden sei Die baulich durchdachte Planung des 19. Jahrhunderts unter Anpassung an die örtlichen Verhältnisse und das von Fachwerkhäusern und Schieferdächern geprägte Ortsbild haben dem Innenstadtbereich den Titel "Historischer Stadtkern" eingebracht. Im Jahr 1834 erweiterte man die bereits 1826 eingerichtete Briefsammelstelle zu einer Postexpeditionsstelle. Mit der Einführung der ersten Landgemeindeordnung für die Provinz Westfalen im Jahre 1841 entstand das Amt Schmallenberg. 1842 kam es zum Bau einer Straße, der heutigen B 236, nach Gleidorf und 1844 weiter nach Fleckenberg. Im selben Jahr legte man im Norden der Stadt auf dem Gelände der früheren Landwehr, dem sogenannten sumpfigen "Schlingen", Gärten und Wiesen an. 1849 wurde ein Weg nach Grafschaft und 1856 einer nach Wormbach gebaut. In der Zeit nach 1850 entstand die Schmallenberger Textilindustrie. Am 1. Juni 1855 begann der Betrieb der neu gegründeten Stadtsparkasse Schmallenberg in der Oststraße 41. Im Frühjahr 1857 kam es zum Ausbruch von Scharlach und im August von Ruhr. Nach den Aufzeichnungen des Stadtchronisten starben an den beiden Krankheiten viele Kinder. Im selben Jahr errichtete die jüdische Gemeinde in der damaligen Nordstraße ihre Synagoge. 1888 erhielt Schmallenberg einen Bahnhof mit Gleisanschluss nach Altenhundem. Die Eisenbahngleise wurde 1911 von Schmallenberg weiter nach Wenholthausen verlegt. Am 16. Juli 1881 erhielt der spätere Postverwalter den ersten Fernsprechapparat in Schmallenberg. Im Jahr 1889 errichtete man eine Volksschule. Das neue Amtshaus (denkmalgeschützter Teil des heutigen Rathauses), welches im Ersten Weltkrieg noch mal erweitert wurde, war 1897 bezugsfertig. Nach den Plänen des Aachener Dombaumeisters Joseph Buchkremer wurde 1905/06 im neuromanischen Stil die Pfarrkirche erweitert. Ein Schmallenberger Arzt erwarb im Jahr 1908 für 3300 Goldmark das erste Auto in Schmallenberg, einen Apolda Piccolo. Im Jahr 1910 wurde ein Haus in der Weststraße von der Stadt gekauft und zum ersten Krankenhaus ausgebaut. Schmallenberg_1898 Schmallenberg im Jahre 1898 Bahnhof_Schmallenberg Schmallenberger Bahnhof im Jahre 1890 Schmallenberg_1910 Schmallenberg im Jahre 1910

Die original Texte sind hier

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