Grafschaft ist ein Ort mit weitreichender
Geschichte und gewisser regionaler Bedeutung.
Wann genau der Raum Wilzenberg
und
der Raum Grafschaft besiedelt wurde,
ist nicht bekannt. Allerdings geht man von einer Besiedlung
am Ende
des dritten Jahrhunderts v.Chr. aus,
da man Wallanlagen aus jener Zeit
auf dem Wilzenberg fand.
Konkrete historische Erkenntnisse
erhält man erst um das 8.Jhd.n.Chr.,
als
eine zweite Wallanlage auf dem Wilzenberg errichtet wurde.
Um 1000 n.Chr. beherrschte das Adelsgeschlecht der Grascap die Gegend.
Nach diesem Adelshaus wurde der Ort wahrscheinlich auch benannt.
Erste Urkundliche Erwähnung findet Grafschaft im Jahre 1072 n.Chr.
Zu der Zeit entstand in Grafschaft das berühmte Kloster, dass ursprünglich von
Benedektinern, später von Boromäerinnen genutzt wurde.
Die Höfe aus dieser Zeit waren dem Kloster tributpflichtig und das Kloster
erhielt Schutz durch die Grascap, deren Hauptsitz später im heutigen Nordenau
(Burg Rappelstein) war.
Die Familie starb im 16.Jhd.n.Chr aus.
Gleichzeitig stieg die Bevölkerung Grafschafts stark an und es entstanden
weiterhin neue Höfe.
Nun tauchte der Ortsname Grafschaft auch auf Landkarten auf.
Im Laufe der Zeit verlor das Kloster Grafschaft immer mehr die Kontrolle
über das heranwachsende Dorf und war als Machtfaktor letzten Endes
ausgeschaltet.
1803 wurde das Kloster vom Großherzog von Hessen-Darmstadt übernommen.
Im Jahre 1816 wurde Grafschaft, genau wie das gesamte Sauerland, von
Preußen annektiert.
Um 1843 etablierte sich der Ort, zu dem damals auch Schanze, Latrop und
Gleidorf gehörten.
1851 und 1852 zerstörten Brände das ursprüngliche Grafschaft.
Auch den zweiten Weltkrieg überlebte Grafschaft nicht unversehrt, wie
Schriftzüge auf älteren Häusern im Ort berichten.
Im Laufe des 20.Jhd. begann der wirtschaftliche Aufstieg Grafschafts, da sich
neben Landwirtschaft auch Handwerk und Tourismus etablierten.
Ausgezeichnet mit der Goldmedallie im „Unser Dorf soll schöner werden“-
Wettbewerb im Jahr 1965 etablierte Grafschaft sich als heilklimatischer
Luftkurort( zu sehen an den Schildern des Orteingangs).
© by Hendrik Wangermann und Johannes Dicke